Unter die Lupe genommen

Was ist Honig?

Honig ist eine zähflüssige Masse, die von den Honigbienen hergestellt wird. Für die fleißigen Insekten ist Honig ein Futtervorrat. Wenn in der Natur alles blüht, sorgen sie für die kalte Jahreszeit vor. Honig ist somit das Ergebnis der Bienen, ihre Nahrung – Nektar und Honigtau – halt- und lagerbar zu machen.

Honig . . .

„ . . . als Nahrungs- und Heilmittel verwendete dickflüssige bis feste, hellgelbe bis grünschwarze, sehr süße Masse, die von Bienen aus Blüten- und anderen süßen Pflanzensäften oder Sekreten bestimmter Insekten gewonnen, verarbeitet und in Waben gespeichert wird.“

Quelle: Duden Online

Die Menschen haben schon früh die zuckerhaltige Substanz als Lebensmittel für sich entdeckt.

Erste Hinweise darauf liefert eine Höhlenmalerei in den Cuevas de la Araña in Spanien. Ihr Alter wird auf 6.000 bis 12.000 Jahre geschätzt.

Hier bedient sich ein „Honigjäger“ oder eine „Honigjägerin“ am Vorrat der Honigbienen. 

Quelle: wikimedia.org
Von Achillea – Drawn of a painting from the caves of Cueva de la Araña
by fr:Utilisateur:Achillea 

Entdeckungsreise

Dem Honig auf der Spur

Ist von Honig die Rede, hast du garantiert ein Bild vor Augen. Und vielleicht weißt du auch, wie Honig entsteht. Dann kannst du dich entspannt zurücklehnen und den Post überspringen.

Aber vielleicht hast du auch nur eine wage oder gar keine Ahnung davon. Dann bist du hier genau richtig. Denn ich nehme dich auf eine kleine Entdeckungsreise mit:

Honig

Vielleicht wurdest du im Zusammenhang mit Honig schon mal mit dem Begriff „Bienenkotze“ konfrontiert?! 

Ein Lebensmittel, das am Ende auf dem Brot oder im Tee landet und Kotze?

Alles andere als appetitlich. Bricht man die Verwandlung von Nektar und Honigtau in Honig runter und sucht eine abwertende Bezeichnung für Honig, dann – zugegebenermaßen – passt das Wort. 

Honig - flüssiges Gold

Doch dabei wird ein faszinierender Prozess, der im Körper der Biene und im Bienenstock passiert, außer Acht gelassen. Hier bei Leben hinterm Honig unterschlage ich diesen Teil natürlich nicht.

Doch von vorne:

Denn bis aus Nektar und Honigtau der Honig wird, den du und ich kennen, passiert so einiges. Zutaten werden gesammelt, transportiert, verarbeitet und eingelagert. Wollen wir Menschen den Honig verspeisen, muss er außerdem aus den Bienenwaben geholt, weiterverarbeitet und abgefüllt werden.

Hört sich nach viel Arbeit an? Das ist es auch.

Im heutigen Blogpost dreht sich unter der Frage „Was ist Honig?“ aber erstmal alles um den Arbeitsbereich, den die Honigbienen verantworten.

Bienenbetrieb:

Reibungsloser Ablauf in der „Honigfabrik“

Wenn draußen die Temperatur im positiven zweistelligen Bereich liegt und alles grünt und blüht, machen sich die Bienen auf zur Nahrungssuche.

Anders als in Comics ziehen die Bienen nicht mit Miniatur-Körben los, um Nektar, Pollen und Honigtau zu sammeln. Sie selbst sind das Transportgefäß. 

Biene im Flug

Allerdings kommt die Vorstellung des Korbs nicht von ungefähr. Die Honigbienen verstauen den Pollen für den Transport nämlich im sogenannten Pollenkorb.

Das ist ein Hohlraum an den Hinterbeinen. Auch bekannt als Pollenhöschen. Die kleinen Klumpen in gelb, orange, . . . sind nicht zu übersehen.

Nektar und Honigtau hingegen werden aufgesaugt und innerhalb des Bienenkörpers befördert: im Honigmagen. Ihr ahnt es – oder wusstet es vielleicht eh –, hier kommt der Begriff „Bienenkotze“ ins Spiel.

Kehrt die Honigbiene zurück nach Hause, kümmern sich die daheimgebliebenen, die Stockbienen, um die Einlagerung.

Blumenwiese

Was also tun, wenn nicht einfach ein Korb weitergereicht werden kann?

Die Sammelbiene würgt ihre gesammelte Beute hoch. Dabei fügt sie ein Enzym-Gemisch (= Fermente) hinzu. Das nennt sich Fermentation und dient der längeren Halt- und Lagerbarkeit.

Die Aufgabe der Stockbiene ist nun, dem kostbaren Gut Wasser zu entziehen – sie dicken es ein. Ebenfalls durch mehrfaches Hochwürgen aus dem Honigmagen und durch den Transport auf der Zungenspitze. Über die Oberfläche des Tropfens verdunstet Wasser.

Erst wenn genug Wasser entzogen wurde, wird das Nektar-Enzym-Gemisch in eine Wabenzelle gefüllt. Bevor ein Deckel draufkommt, hat es erneut Zeit zum Trocknen. Tadaaa: Die Bienen haben Honig produziert.

Übrigens

Misst man nach, wenn die Waben „verdeckelt“ werden, dann hat der Honig zu diesem Zeitpunkt etwa einen Wassergehalt von 17 Prozent.

Warum die Menge des enthaltenen Wassers so wichtig ist? Ganz einfach: Zu viel Wasser führt zur Gärung. Beim Gären ist ein Nebenprodukt Ethanol (=Alkohol).

In Deutschland dürfen Imker & Imkerinnen jedoch gegorenen Honig nicht mehr verkaufen. Höchstens als „Backhonig“. Also Honig, der beim Backen und Kochen zum Einsatz kommt. Oder: beim Ansetzen von Met und Likör.

Genug Wissen für heute 😊 und sehr schön, dass du dir alles bis hier unten hin durchgelesen hast. Ich hoffe, du konntest einige neue Erkenntnisse für dich mitnehmen.

Liebe Grüße Hanna

Ps:

Der nächste Blog-Beitrag steht bereits in den Startlöchern. Und da (grad) Launch-Woche ist, geht es morgen direkt weiter. Dann wird die Lupe verstaut und du kannst es dir in der Plauderecke gemütlich machen.

Denn ich werde dir wieder etwas zur Entstehung des Projekts Leben hinterm Honig erzählen.

Quellen

Das große Buch der Bienen / Jutta Gay & Inga Menkhoff

Das Bienenbuch – Bienen verstehen, schützen und halten / Fergus Chadwick, Steve Alton, Emma Sarah Tennant, Bill Fitzmaurice und Judy Earl

Gespräche mit Imker:innen

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