Unter die Lupe genommen

Honig & Medizin

Honig und seine heilende Wirkung

Honig als Held

Ist Honig ein Superheld?

Im dritten Teil der Reihe „Honig & . . .“ dreht sich alles um seine heilende Wirkung. Vielleicht hast du gehört, dass Honig gesund ist, bei der Heilung von Wunden hilft, Allergien lindert, eingewachsene Zehennägel kuriert, und, und, und . . .  

Die Geheimwaffen des Honigs

Das Gemunkel über diese Lebensmittel stimmt. Er ist ein Kämpfer, der es mit Krankheitserregern aufnimmt. Und nicht selten geht er dank seiner Superkraft als Sieger aus der Begegnung hervor. Doch vielleicht fragst du dich jetzt: Wo nimmt der Honig seine Superkraft her? Die Antwort darauf lautet, die keim- und virenhemmende Wirkung kommt von den Inhaltsstoffen.

Das sind unter anderem:

Zucker: Honig besteht aus bis zu 80 Prozent Zucker. Die hohe Zuckerkonzentration entzieht zum Beispiel Bakterien osmotisch Wasser. Sprich, sie trocknen aus und sterben.

Bienen-Enzym: Bei der Verwandlung von Nektar und Honigtau in Honig fügen die Bienen ein Enzym hinzu – Glucose-Oxidase. Beim Abbau des Zuckers wird die Glucose-Oxidase in Wasserstoffperoxid umgewandelt. Dieses wiederum hemmt Keime, Viren und Pilze in ihrem Wachstum. Kein Wunder also, dass die Medizin setzt es schon lange einsetzt.

Inhibine: Dann gibt es noch die Inhibine. Also: antibakterielle Hemmungsstoffe. Sie wirken antiseptisch. Die Inhibine kommen vermutlich aus den verschiedenen Pflanzen. Befinden sich also in Nektar, Pollen und Honigtau. Die Konzentration der Inhibine ist unterschiedlich niedrig bzw. hoch. Bei der Wirkung dieser kommt es also darauf an, wo die Biene gesammelt, welche Trachtquellen sie angesteuert hat.

Honigernte bei Lars und Stefan (Leben hinterm Honig)

Du siehst, beim Superhero-Honig kommt es auf die inneren Werte an.

Doch wie oben schon geschrieben, sind es nicht nur der Zucker, das spezielle Bienen-Enzym und die Inhibine, die ihm ihre Power geben. Am Beispiel von Pollenallergikern lässt sich das gut verdeutlichen. Denn dieses Lebensmittel hat durch den Verzehr eine desensibilisierende Wirkung. 

Doch Achtung, willst du das Essen von Honig als Desensibilisierung einsetzen, solltest du einige Punkte beachten:

Bist du Pollenallergiker, hole dir Honig von einem Imker aus deiner Nähe und aus dem Zeitraum, in dem die Symptome auftreten. Dann sind auch die Pollen enthalten, auf die du allergisch reagierst.

Achte darauf, mit dem Honigessen zu beginnen, wenn du nicht mit juckenden Augen sowie laufender und kribbelnder Nase zu kämpfen hast. Starte lieber im Herbst bzw. Winter, wenn deine Allergiezeit vorbei ist, damit die Belastung für deinen Körper nicht zu hoch ist.

Je nach Schwere deiner allergischen Reaktion kannst du 1 bis 3 Teelöffel Honig essen.

Eine höhere Wirksamkeit hat der Wabenhonig. Denn das Wachs enthält ebenfalls Pollen. Frag am besten beim Imker:in nach, ob du dort Wabenhonig kaufen kannst.

Die Achillesferse

Es sind also die verschiedenen Inhaltsstoffe, die den Honig zu einem Hero machen. Doch eine Art Achillesferse hat er auch. Denn manchmal finden sich Clostridien im Honig.

Aber keine Angst, bei einer guten Darmflora bekommt der Körper keine Probleme.

Die Achillesferse vom Honig

Zum Problem kann es hingegen für Menschen mit einer Erkrankung im Darmtrakt werden. Und für Babys. Wegen der Clostridien dürfen Babys unter 12 Monaten auch keinen Honig essen.

Die Sporen des Bakterium Clostridium botulinum können nämlich im Darm keimen, wo sie ein muskellähmendes Gift produzieren. Da das Immunsystem bei Babys noch im Entwicklungsprozess ist, kann es zu Lähmungen der Atemwegs- und Schluckmuskeln kommen. Im schlimmsten Fall sogar zum Tod.

In der Medizin wird Honig zwar auch eingesetzt, aber wegen der Clostridien vorher mit Gammastrahlen behandelt.

Honig-Fail: Hitze

Durch Erhitzen wird der Honig zwar dauerhaft flüssig, doch bei über 40° Grad verliert er auch seine Vitamine und einen Großteil seiner Gesundheitsfördernden sowie heilenden Eigenschaften. Essbar ist er dann natürlich immer noch, aber nur noch als reines Genussmittel.

Deshalb ist bei Halsschmerzen heiße Milch mit Honig ein Fail. Wenn mans genau nimmt, sogar ein Doppel-Fail:  

Weil der Honig seine heilende Wirkung verliert.

Weil Milch verschleimend wirkt. Bei einer Entzündung im Hals ist das alles andere als hilfreich.

Honig mit Milch

Manuka: Der Star unter den Sorten?

Zur begehrtesten Honigsorte gehört der Manuka-Honig. Er kommt aus Neuseeland. Er entsteht, wenn die Honigbienen die Blüten den Manukastrauchs anfliegen. Die Pflanze ist auch bekannt unter den Namen Südsee- und Neuseelandmyrte. 

Manuka-Honig

Im Manuka-Honig wirkt statt der Glucose-Oxidase das Methylglyoxal. Die keimhemmende Wirkung beträgt dadurch das 100-fache unseres heimischen Honigs. Dementsprechend teuer und begehrt ist Manuka-Honig aber auch. Die hohe Nachfrage führt zu einem weiteren Manko: Fälschungen.

Was also tun, wenn du trotzdem gerne Manuka-Honig kaufen möchtest? Du kannst auf das UMF-Siegel des neuseeländischen Imkerverbandes achten. Wie in Deutschland das Siegel des Imkerbundes, garantiert auch das UMF-Siegel Qualität. Zudem kannst du ein Blick auf die Inhaltsstoffe werfen. Überprüfe den MGO-Gehalt auf der Verpackung – je höher der Wert, desto besser (aber auch teurer).

Schön, dass du dir den Text bis hier unten hin durchgelesen hast. Ich hoffe, du konntest einige neue Dinge erfahren. Vielleicht bist du aber auch schon vertraut mit den heilenden Kräften des Honigs?

Schreibs mir gerne in die Kommentare.

Liebe Grüße Hanna 🙂

Ps: Wenn du mehr wissen willst über das Projekt Leben hinterm Honig, dann schau auch gerne auf Facebook und Instagram vorbei. Einfach auf die Buttons hier unten klicken und Schwups bist du da.

Quellen

Das große Buch der Bienen / Jutta Gay & Inga Menkhoff

Das Bienenbuch – Bienen verstehen, schützen und halten / Fergus Chadwick, Steve Alton, Emma Sarah Tennant, Bill Fitzmaurice und Judy Earl

Babys und Honig: Bienenhonig nicht für Kleinkinder unter einem Jahr 

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